Schusswaffengebrauch in Filderstadt


Presse(zu)meldung der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) im Beamtenbund zum Schusswaffengebrauch in Filderstadt

Verschiedenen Medienberichten zufolge, ist am Sonntagnachmittag in Filderstadt-Bernhausen (Kreis Esslingen) ein 28 Jahre alter Mann bei einem polizeilichen Schusswaffeneinsatz getötet worden. Offenbar wurde die Polizei am Sonntagnachmittag gerufen, weil der Mann mit einer Art Schwert oder Machete randaliert haben soll. Den ersten Informationen zufolge, sei der Mann mit dem gefährlichen Gegenstand in der Hand auf die Beamten losgegangen. Daraufhin hätten die Polizisten geschossen. Der 28-Jährige starb noch am Ort des Geschehens.

Immer wieder kommt es im Polizeialltag zu brenzligen Situationen, in welchen Polizisten in Sekundenbruchteilen Entscheidungen treffen müssen. Nicht selten werden die Ordnungshüter beim Einschreiten für die Gesellschaft selbst mit dem Leben bedroht oder erheblich verletzt. Dass beim aktuellen Einsatz ein Mensch ums Leben kam, ist bedauerlich. Leichtfertig greift in Deutschland kein Polizist zur Waffe. Bei der momentanen Rechtslage und polizeilichen Ausstattung bleiben in Bedrohungslagen wie in Filderstadt, kaum andere Möglichkeiten, als eine bewaffnete Person mit der Schusswaffe zu bedrohen, um das Leben Unbeteiligter und auch das eigene Leben der Polizeibeamten zu schützen. Wird aus der Bedrohung eine konkrete Gefahr, bleibt Polizisten oft nur der Schusswaffengebrauch, der schlimmstenfalls tödlich enden kann.

„Jeder Polizist hofft, dass er in seiner Dienstzeit nie eine Waffe einsetzen muss“, sagt DPolGLandesvorsitzender Ralf Kusterer. Auf Menschen schießen zu müssen, sei eine schreckliche und schwer zu verarbeitende Situation für alle Polizisten.

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) setzt sich deshalb bundesweit dafür ein, dass die Palette an taktischen Einsatzmitteln im Interesse des polizeilichen Gegenübers und auch zum größtmöglichem Schutz für die Polizistinnen und Polizisten, stetig erweitert und auf dem neuesten Stand der Technik gehalten wird. Großes Potential sieht die DPolG in sogenannten Elektro-Distanz-Impulsgeräten für den Streifendienst. Diese handlichen Geräte schießen zwei kleine Pfeile ab. Über Drähte erleidet der Angeschossene einen Stromschlag und wird handlungsunfähig. Ralf Kusterer sieht in diesen Geräten eine gute Ergänzung unterhalb der Dienstpistole und macht sich für die Einführung bei der Landespolizei stark.